Die ersten zwei Stunden quaelt sich der Bus hinauf auf eine Hochebene in 4000 Metern Hoehe. Dann geht es vorbei an einem immer noch aktiven und qualmenden Vulkan. Und spaeter hinab in das abgelegene Tal Urbinas. Dort atmet das Leben auf eine ganz andere Weise. Von diesem tal und meinen eindruecken zeige ich euch ein paar Fotos.
Es ist mein persönlicher Blog mit Erzählungen, Fotos und Gedichten zu meinen zwei Reisen durch Südamerika. Die meisten Einträge erzählen von meinen Aufenthalten in Chile, Bolivien und Peru. Ich wünsche euch viel Spass beim Entdecken.
Sonntag, 12. Juli 2015
Hinter den sieben Bergen
Vor ein paar Wochen machte ich mich auf nach Urbinas. Dieser Ort liegt in einem abgelegenen Tal. Bis dorthin faehrt man beschwerliche vier Stunden mit dem Bus.
Die ersten zwei Stunden quaelt sich der Bus hinauf auf eine Hochebene in 4000 Metern Hoehe. Dann geht es vorbei an einem immer noch aktiven und qualmenden Vulkan. Und spaeter hinab in das abgelegene Tal Urbinas. Dort atmet das Leben auf eine ganz andere Weise. Von diesem tal und meinen eindruecken zeige ich euch ein paar Fotos.
Die ersten zwei Stunden quaelt sich der Bus hinauf auf eine Hochebene in 4000 Metern Hoehe. Dann geht es vorbei an einem immer noch aktiven und qualmenden Vulkan. Und spaeter hinab in das abgelegene Tal Urbinas. Dort atmet das Leben auf eine ganz andere Weise. Von diesem tal und meinen eindruecken zeige ich euch ein paar Fotos.
Samstag, 11. Juli 2015
Freitag, 10. Juli 2015
Am Abend drehe ich meine Runde
Es ist um sieben, Zeit fuer die Abendrunde. Ich packe meinen kleinen orangen Rucksack und schnell ziehe los.
An der Ecke wird mir warmes Wasser gekocht, denn ich habe in meinen Haus keine Kochgelegenheit. Spaeter werde ich mir mit dem Wasser einen waremen Tee fuer die Nacht bereiten. An der naechsten Ecke esse ich ein paar Nuddeln. Das normale Essen sieht ganz anders aus: Reis, Kartoffeln, Nuddeln und ein Stueck Huehnchen. Doch Huehnchen kann ich nicht mehr essen, da es in Bolivien nur Huehnchen zu essen gab. So habe ich eine absolute Huehnchensperre in mir. Und Reis sowie Kartoffeln gibt es jeden Tag in der Holzhuette, wo ich das Mittagessen mit den Bauarbeitern des Viertels zu mir nehme. So bleibt fuer mich die loesung, dass ich jeweils ein paar Nuddeln bestelle. Die Verkaeuferin wundert sich jeden Abend ueber meine merkwuerdige Bestellung.
Dann geht es weiter zu einem Laedchen, wo ich ein kleines Getraenk bestelle. Dorthin gehe ich eigentlich mur, weil es so froehlich zugeht, weil jedesmal gelacht wird. Manchmal lachen wir tagelang ueber die gleichen kleinen Witze oder geschichten. Doch ich ziehe weiter. Auf dem Heimweg sehe ich nochmal bei Internetladen vorbei. Dann geht es langsam wieder zurueck in mein Zimmer im Haus mit dem himmelblauen Anstrich und der winzigen Treppe.
Der kleine Hund meines Hauses ist stets mit dabei. Er kennt den Weg schon. Und sorgt zugleich auch fuer Verwunderung. Dass ich mit dem Hund durch das Viertel spaziere, ist fuer die Bewohner eine Merkwuerdigkeit. (Niemand wuerde mit einem Hund spazieren gehen. Die Hund in meinem Viertel leben - so scheint es - auf der Strasse. Sie leben fuer sich und ziehen in ruddelaehnlichen Formationen durchs Dorf. Wenn sich die Hunde dem Menschen zu sehr naehert, werden sie mit Steinen beschossen.)
Ich kehre heim und beschliesse bei einem Buch den Tag. Jetzt lese ich schon das vierte Mal einen Krimi. So gross ist meine Auswahl an Buechern dann doch wieder nicht.
An der Ecke wird mir warmes Wasser gekocht, denn ich habe in meinen Haus keine Kochgelegenheit. Spaeter werde ich mir mit dem Wasser einen waremen Tee fuer die Nacht bereiten. An der naechsten Ecke esse ich ein paar Nuddeln. Das normale Essen sieht ganz anders aus: Reis, Kartoffeln, Nuddeln und ein Stueck Huehnchen. Doch Huehnchen kann ich nicht mehr essen, da es in Bolivien nur Huehnchen zu essen gab. So habe ich eine absolute Huehnchensperre in mir. Und Reis sowie Kartoffeln gibt es jeden Tag in der Holzhuette, wo ich das Mittagessen mit den Bauarbeitern des Viertels zu mir nehme. So bleibt fuer mich die loesung, dass ich jeweils ein paar Nuddeln bestelle. Die Verkaeuferin wundert sich jeden Abend ueber meine merkwuerdige Bestellung.
Dann geht es weiter zu einem Laedchen, wo ich ein kleines Getraenk bestelle. Dorthin gehe ich eigentlich mur, weil es so froehlich zugeht, weil jedesmal gelacht wird. Manchmal lachen wir tagelang ueber die gleichen kleinen Witze oder geschichten. Doch ich ziehe weiter. Auf dem Heimweg sehe ich nochmal bei Internetladen vorbei. Dann geht es langsam wieder zurueck in mein Zimmer im Haus mit dem himmelblauen Anstrich und der winzigen Treppe.
Der kleine Hund meines Hauses ist stets mit dabei. Er kennt den Weg schon. Und sorgt zugleich auch fuer Verwunderung. Dass ich mit dem Hund durch das Viertel spaziere, ist fuer die Bewohner eine Merkwuerdigkeit. (Niemand wuerde mit einem Hund spazieren gehen. Die Hund in meinem Viertel leben - so scheint es - auf der Strasse. Sie leben fuer sich und ziehen in ruddelaehnlichen Formationen durchs Dorf. Wenn sich die Hunde dem Menschen zu sehr naehert, werden sie mit Steinen beschossen.)
Ich kehre heim und beschliesse bei einem Buch den Tag. Jetzt lese ich schon das vierte Mal einen Krimi. So gross ist meine Auswahl an Buechern dann doch wieder nicht.
Die Regenwolke
Ich kam aus meiner Tuer, stieg die kleinen Stufen hinab und erschrack. Was war das? Was war geschehen? Es war dunkler? Es war kuehler?
Ich brauchte ein paar Sekunden um zu begreifen, was geschehen war. Eine Wolke schob sich ueber den Himmel. Das hatte ich bisher noch nicht bewusst erlebt. Alle Tage waren wolkenlos. Immer beherrschte die Sonne mit ihren harten Strahlen das Tagesgeschehen.
Doch auf einmal war alles anders. Es war kuehler. Bei mir kam sogar die Hoffnung auf, dass es regnen koennte. Am Tag geschah nichts. Doch in der Nacht nieselte es auf die unfruchtbare Staubschicht. Diese Nacht war eisig. Und als ich frueh in die Berge schaute, so hatten sie jeweils einen Schneemantel uebergezogen. Sicher wollten sie sich waermen in diesen recht rauen Tagen.
Am naechsten tag tat ich es den bergen gleich und besorgte mir eine dritte Decke fuer die Nacht. Auch die Frauen liefen jetzt alle mit Decken eingewickelt durch unser Viertel.
Ich brauchte ein paar Sekunden um zu begreifen, was geschehen war. Eine Wolke schob sich ueber den Himmel. Das hatte ich bisher noch nicht bewusst erlebt. Alle Tage waren wolkenlos. Immer beherrschte die Sonne mit ihren harten Strahlen das Tagesgeschehen.
Doch auf einmal war alles anders. Es war kuehler. Bei mir kam sogar die Hoffnung auf, dass es regnen koennte. Am Tag geschah nichts. Doch in der Nacht nieselte es auf die unfruchtbare Staubschicht. Diese Nacht war eisig. Und als ich frueh in die Berge schaute, so hatten sie jeweils einen Schneemantel uebergezogen. Sicher wollten sie sich waermen in diesen recht rauen Tagen.
Am naechsten tag tat ich es den bergen gleich und besorgte mir eine dritte Decke fuer die Nacht. Auch die Frauen liefen jetzt alle mit Decken eingewickelt durch unser Viertel.
Dienstag, 7. Juli 2015
Montag, 6. Juli 2015
Die Welt der Daecher
Letztens arbeitete ich auf dem Dach des Kinderheimes. Ich musste ein riesiges Plakat anbringen. Da schweifte mein Blick hinueber zu den anderen Daechern. Ich stutzte. Was sah ich denn da? Befand ich mich in der Wirklichkeit oder traeumte ich?
Da geht ein Mann zwischen Holzkaesten umher und ploetzlich beginnt es zu laermen. Was ist es fuer ein Laerm? Es klingt wie auf einem Bauernhof in Pretzschendorf. Da begreife ich. Es sind die Huehner, die in den Holzkaefigen leben und jetzt ihr Futter bekommen. Mein Blick kann sich nur schwer von diesem Anblick loesen.
Auf einem naechsten Dach sitzen ein paar Kinder und schauen genauso neugierig zu mir, wie ich zu ihnen. Wir muessen lachen. Irgendwann winkt ein kleiner Junge verstohlen. Ich mache mir Gedanken ueber die sicherheit der Kinder. Sie koennten vom dach fallen. Aber auch ohne Absperrung fallen hier keine Kinder vom Dach.
Wieder auf einem anderen Dach bellt es. Zwei Hunde scheinen dort zu leben. Von oben versuchen sie Ordnung in das verrueckte Leben auf der Strasse unter ihnen zu bringen, was natuerlich eine ausweglose Angelegenheit ist. Nach laengerem lautem Gebell scheinen die Hunde zu begreifen, dass sie nichts ausrichten koennen. Sie legen sich auf die winzige Bruestung des Daches. Ihre Koepfe scheinen fast hinab zu fallen.
Noch ein Stueck weiter beginnt ein weiteres Dach zu leben. Eine Frau kommt mit einem Kind auf dem Ruecken. Das Kind ist in ein buntes Tuch gewickelt. Sie Traegt einen Korb. Zwischen Eisenstaeben, die gen Himmel streben, sind Draehte gespannt. Ueber diese Draehte wirft die Frau die frisch gewaschene Waesche.
Bei einer spaeteren Unterhaltung erfahre ich, dass die Haeuser nicht ferig gebaut werden, weil so verhindert werden kann, die Steuer zu bezahlen. So gibt es fast in allen Vierteln. Eisenstaebe, die gen Himmel streben oder Daecher mit unfertigen Mauern. Doch die Daecher sind belebt. Sie leben auf ihre ganz eigene Weise. Besonders in den nicht mehr so heissen Abendstunden ist dort oben recht viel Betrieb. Die Welt der Daecher ist eine langsame, doerfliche und manchmal sogar romantische Welt. Ich haette auch gern ein Dach, wohin ich mich abends zurueckziehen koennte.
Da geht ein Mann zwischen Holzkaesten umher und ploetzlich beginnt es zu laermen. Was ist es fuer ein Laerm? Es klingt wie auf einem Bauernhof in Pretzschendorf. Da begreife ich. Es sind die Huehner, die in den Holzkaefigen leben und jetzt ihr Futter bekommen. Mein Blick kann sich nur schwer von diesem Anblick loesen.
Auf einem naechsten Dach sitzen ein paar Kinder und schauen genauso neugierig zu mir, wie ich zu ihnen. Wir muessen lachen. Irgendwann winkt ein kleiner Junge verstohlen. Ich mache mir Gedanken ueber die sicherheit der Kinder. Sie koennten vom dach fallen. Aber auch ohne Absperrung fallen hier keine Kinder vom Dach.
Wieder auf einem anderen Dach bellt es. Zwei Hunde scheinen dort zu leben. Von oben versuchen sie Ordnung in das verrueckte Leben auf der Strasse unter ihnen zu bringen, was natuerlich eine ausweglose Angelegenheit ist. Nach laengerem lautem Gebell scheinen die Hunde zu begreifen, dass sie nichts ausrichten koennen. Sie legen sich auf die winzige Bruestung des Daches. Ihre Koepfe scheinen fast hinab zu fallen.
Noch ein Stueck weiter beginnt ein weiteres Dach zu leben. Eine Frau kommt mit einem Kind auf dem Ruecken. Das Kind ist in ein buntes Tuch gewickelt. Sie Traegt einen Korb. Zwischen Eisenstaeben, die gen Himmel streben, sind Draehte gespannt. Ueber diese Draehte wirft die Frau die frisch gewaschene Waesche.
Bei einer spaeteren Unterhaltung erfahre ich, dass die Haeuser nicht ferig gebaut werden, weil so verhindert werden kann, die Steuer zu bezahlen. So gibt es fast in allen Vierteln. Eisenstaebe, die gen Himmel streben oder Daecher mit unfertigen Mauern. Doch die Daecher sind belebt. Sie leben auf ihre ganz eigene Weise. Besonders in den nicht mehr so heissen Abendstunden ist dort oben recht viel Betrieb. Die Welt der Daecher ist eine langsame, doerfliche und manchmal sogar romantische Welt. Ich haette auch gern ein Dach, wohin ich mich abends zurueckziehen koennte.
System der kleinen Geschenke
Auf der kleinen Treppe vor meinem Zimmer kommt eine Frau an mir vorbei. Als sie mich sieht, schenkt sie mir einen Apfel. Am Nachmittag spiele ich auf dem Sportplatz mit ein paar Kindern. Da kommt jemand auf mich zu. Ich erhalte ein Stueck Melone. Und am Abend werde ich in eine Huette zum Abendessen eingeladen. Es ist eng in diesem Raum. Doch ich fuehle mich wohl hier zwischen den vielen Menschen.
In mir geht eine Verwandlung vor. Ich wurde angesteckt. Bin ergriffen vom System der kleinen Geschenke.
Die Kuechenfrauen bekommen Goetterspiese. Leute auf der Strasse erhalten ein paar Fruechte. Auch verschenke ich ein kleine Bild. Recht froh kehre ich zurueck zu meinem Zimmer hinter der kleinen Treppe im himmelblauen Haus.
In mir geht eine Verwandlung vor. Ich wurde angesteckt. Bin ergriffen vom System der kleinen Geschenke.
Die Kuechenfrauen bekommen Goetterspiese. Leute auf der Strasse erhalten ein paar Fruechte. Auch verschenke ich ein kleine Bild. Recht froh kehre ich zurueck zu meinem Zimmer hinter der kleinen Treppe im himmelblauen Haus.
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