Donnerstag, 8. Dezember 2016

Gedanken über die Fröhlichkeit

Ich frage mich immer wieder, warum die Kinder in meinem Viertel so fröhlich sind. So eine richtige Antwort habe ich noch nicht gefunden. Ich bin noch beim Nachdenken. Doch so manche Dinge fallen mir dazu ein.
Die Kinder haben viel Zeit. Ihre Tage sind nicht verplant. Sie können spielen und ihre Spiele selbst entwickeln.
Die Familien leben eng verbunden mit ihren Kindern. Viel wird miteinander gelacht.
Die Kinder lernen besonders durch Nachahmung. Sie übernehmen zeitig Verantwortung, indem sie für ihre Geschwister mit sorgen oder bei den Arbeiten der Eltern helfen. So wachsen sie zeitig mit ihren Aufgaben.
In Deutschland gibt es ein ausgesprochenes Leistungssystem. Gemessen wird an der Höchstleistung. Weniger Punkte werden schnell als Manko dargestellt. Durch diesen Druck können Kinder ihre Fröhlichkeit verlieren.
Oh, mir fällt nicht viel sinnvolles ein. Sicher habt ihr Ideen zu diesem Thema. Ihr könnt mir ja eure Gedanken aufschreiben. Dann entsteht vielleicht nochmal etwas ausgereifteres. Nun es ist, wie es ist.

Dortmund gewinnt in einer perunischen Kneipe

Kurz kehre ich in die Realität. Das muss einfach mal sein.
Normalerweise hängt mein Blog mit seinen Fotos und Berichten einige Wochen der Realität (der Gegenwart) hinterher. Morgen fliege ich von Lima über Madrid nach Frankfurt. Doch über die Wochen im Regenwald habe ich noch nichts berichtet. Dafür wird dann in Deutschland noch genügend Zeit sein.
Doch davon wollte ich eigentlich garnicht berichten. Gestern verfolgte ich in einer peruanischen Kneipe das Fußballspiel Madrid - Dortmund. Irgendwann stand es 2:0 für Madrid. Die Peruaner jubelten und ich sah trübseelig in meine Suppe. Das Spiel war gelaufen.
Doch dann drehte Dortmund auf. Es fielen zwei Tore. Reus setzte den Schlusspunkt. Ich sprang auf und klatschte. Meine Kneipebrüder wunderten sich. Doch hatten sie auch etwas Verständnis mit dem suppelöffelnden Deutschen.

Weihnachtsfotos

Der Staubfängerbaum

Weihnachtsmannhüte für Supermarktverkäuferinnen

Ideengeber für das Weihnachtsmannmobil

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Staubfaengerbaeum.

Durch die Strassen laufe ich ziellos umher. Ueberall funkeln jetzt so merkwuerdige Ungetueme. Es sind baumartige Gestalten, zuzammengesetzt aus gruenen Staubfaengern. Auf ihnen blitzt es unaufhoerlich in allen Farben. Diese Ungetueme verstoeren mich. Sie erinnern mich sehr an den abgestorbenen Wald, den ich als fuenfzehnjaehriger am Mueckentuermchen erlebte.
Um mich etwas zu entspannen, waehle ich - was ich normalerweise nicht tue - die Tuer eines Supermarktes. An den Kassen sitzen leichtbekleidete Frauen. Auf ihrem Kopf tront je eine Weihnachtsmannmuetze. Die Muetzen schaukeln auf ihnen hin und her.
Verschreckt eile ich zurueck auf die Strasse. Um die Ecke kommt mit lauter Musik ein Weihnachtsmobil. Alles funkelt. Am Steuer sitzt der Weihnachtsmann persoenlich. Die Musik uebertoent alles. Lachend schaukelt diese Motorkutsche vorbei. Doch schon naehert sich das naechste Weihnachtsmannmobil. Wieder ist es zum Erschrecken laut, wieder funkelt alles. Und wieder sitzt der Weihnachtsmann persoenlich am Steuer. Weihnachten ist ueberall. Ein Entfliehen ist nicht moeglich.
So setze ich mich in ein Weihnachtsmannmobil und lasse mich dahinschaukeln, verschaukeln.

Unterricht am Strassenrand

Seit einer Weile praktiziere ich "Unterricht am Strassenrand". Das ist eine lustige Sache. Auch sind die Kinder ganz gut bei der Sache.
So kam ich letztens bei den "Kindern vom steilen Hang" vorbei. Wir machten eine Weile Spass, erzaehlten etwas. Dann fragte ein Kind, ob wir Englisch machen wollen. Die Kinder sprangen in ihre Huetten und holten ihre Hefte.
Kurz danach gab es wieder einmal "Unterricht am Strassenrand". Manche Kinder machten es sich auf einem Stein bequem, andere Kinder standen, ein Kind war stolz auf eine Kiste. In dieser Stunde konnte ich ihre Umgebung mit einbeziehen: die herumspringenden Geschwister, die Huetten und die Gegenstaende, die ringsum zu sehen waren. So ergaben sich die Themen: die Familie, aber auch das Haus mit seiner Umgebung. Am Abschluss uebten wir noch ein Lied. Die Hunde staunden nicht schlecht.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Kinder vom steilen Hang

Dort, wo der Hang besonders steil ist, wohnen besonders arme Familien. Dort am Hang gibt es nur die ganz kleinen Steinhütten.
Meist führen nur "abenteuerliche" Pfade zu den einzelnen "Wohnstätten".
Lange Zeit mied ich den Hang. Ich hatte Angst vor Dieben und Hunden. Doch irgendwann nahmen mich einfach die Kinder mit.
Jetzt bin ich oft mutig.
Und mein Mut wird belohnt. Meist treffe ich auf lustige und spielende Kinder, oder lerne ihre Eltern kennen.
Ich zeige ein paar Fotos von den "Kindern vom steilen Hang".



Die letzten Tage bei Semillas

Nach einigen Tagen der Wanderung
bin ich zurück bei Semillas.
Für dieses Jahr werde ich nur noch
kurze Zeit bei den Kindern arbeiten.

Die Tage laufen vertraut ab,
zuerst kommen die "Kleinen".
Einige Kinder kommen mit ihren
Hausaufgaben, mit anderen Kindern
wird gebastelt oder sie arbeiten
mit den neuen Materialien.

Um 5 Uhr unterrichte ich für
eine kleine Gruppe Englisch.
Die Gruppe variiert in ihrer Zusammensetzung.
Doch das Lernen ist intensiv.

Nach der Englischstunde it meist
noch Zeit für Sportsspiele. Dieses
Jahr habe ich viele neue Spiele von
den Kindern gelernt.
Irgendwann ist es so dunkel,
dass wir aufhören müssen.