Immer wieder mal hoere ich von Demonstrationen. Demonstrationen in Lima und anderen Staedten des Landes. Es wird demnonstriert gegen die Gewalt an Frauen. Die Bewegung wird staerker. Es gibt keine Gleichberechtigung. Uebergriffe sind an der Tagesordnung.
Die Familien leben meist in Enge zusammen. Auch ist die koerperliche Naehe sehr viel groesser als in Deutschland. Dies ist in der Regel sicher auch recht gut so. Doch erhoeht sich damit auch die Gefahr der koerperlichen Uebergriffe. Uebergriffe sind vielfaeltig. Es wird geschlagen oder andere koerperliche Gewalt ausgeuebt. Daneben gibt es dir psychische Gewalt.
In Peru scheint fuer die grosse Mehrheit der Gesellschaft festzustehen, dass der Mann ueber der Frau steht. Im Haushalt uebernimmt meist die Frau alle arbeiten. Beim Essen bedient sie in der Regel alle Leute, nimmt selbst am Essen garnicht teil. Sie ist die Umsorgerin....
Sehr jung Maedchen werden Maedchen zur Mutter. Ich erlebe und sehe viele ueberaus junge Muetter. Eine Sozialarbeiterin, die Jugendliche an drei Schulen in Iquitos begleitet, berichtet mir, dass die jungen Muetter unter fuenfzehn Jahren in der Regel von einem Familienmitglied vergewaltigt wurden. Oft war es der Onkel, der Cousin, der Bruder oder der Vater... (Bei den Maedchen ueber fuenfzehn Jahren ist ein Freund meist als Vater anzusehen.)
Es ist mein persönlicher Blog mit Erzählungen, Fotos und Gedichten zu meinen zwei Reisen durch Südamerika. Die meisten Einträge erzählen von meinen Aufenthalten in Chile, Bolivien und Peru. Ich wünsche euch viel Spass beim Entdecken.
Mittwoch, 14. Dezember 2016
Dienstag, 13. Dezember 2016
Verlassen
Da standen überall Leute.
Motor Taxis kamen angebraust
und sammelten sich. Selbst die
Polizei war mit zwei Fahrzeugen
herbeigeeilt. Blau kreiste das
Licht durch die Menge. Und immer
mehr Menschen kamen hinzu.
Auch ich blieb stehen.
Da lag eine blaue Folie.
Diese Folie wurde bewacht.
Man redete über sie.
Alle taten dies. Man sprach
mit dem rechten Mann,
mit der linken Frau.
Und so kamen die
Informationen.
Da lag ein Fötus,
fast ein Baby.
Verlassen
auf der Erdkruste.
Mitten im Lärm
des Viertels.
In den Nachmittagsstunden
eines gewöhnlichen Tages.
Motor Taxis kamen angebraust
und sammelten sich. Selbst die
Polizei war mit zwei Fahrzeugen
herbeigeeilt. Blau kreiste das
Licht durch die Menge. Und immer
mehr Menschen kamen hinzu.
Auch ich blieb stehen.
Da lag eine blaue Folie.
Diese Folie wurde bewacht.
Man redete über sie.
Alle taten dies. Man sprach
mit dem rechten Mann,
mit der linken Frau.
Und so kamen die
Informationen.
Da lag ein Fötus,
fast ein Baby.
Verlassen
auf der Erdkruste.
Mitten im Lärm
des Viertels.
In den Nachmittagsstunden
eines gewöhnlichen Tages.
Sonntag, 11. Dezember 2016
Bruchstuecke von Pucallpa
Lande in einen Hostel.
Es ist stickig.
Alte Bettbezuege.
Die Luft steht.
Gaensehaut ueberall.
Feucht durch
Hitze wie Dreck.
Am naechsten Tag
lande ich bei Antonio.
Ein heiliger Bruder.
Die Nacht ist wieder stickig.
Doch ein Ventilator
schwenkt die
feuchtheisse Luft.
Kann nicht schlafen.
Ueberall laermt es.
Die Strasse ist belebt
mit rassenten
Motortaxis.
Antiono fuehrt mich durchs
Viertel. Froehliche
Kinder springen ueber die
Erdwege. Holzhueten,
Armut, Hitze.
Fahren zu einem anderen Viertel.
Wieder Erdwege, Holzhueten,
Armut und Hitze.
Die Nacht kommt.
Die Motortaxis laermen
und der Ventilator
schwenkt die
feuchtheisse Luft.
Es ist stickig.
Alte Bettbezuege.
Die Luft steht.
Gaensehaut ueberall.
Feucht durch
Hitze wie Dreck.
Am naechsten Tag
lande ich bei Antonio.
Ein heiliger Bruder.
Die Nacht ist wieder stickig.
Doch ein Ventilator
schwenkt die
feuchtheisse Luft.
Kann nicht schlafen.
Ueberall laermt es.
Die Strasse ist belebt
mit rassenten
Motortaxis.
Antiono fuehrt mich durchs
Viertel. Froehliche
Kinder springen ueber die
Erdwege. Holzhueten,
Armut, Hitze.
Fahren zu einem anderen Viertel.
Wieder Erdwege, Holzhueten,
Armut und Hitze.
Die Nacht kommt.
Die Motortaxis laermen
und der Ventilator
schwenkt die
feuchtheisse Luft.
Samstag, 10. Dezember 2016
Auf dem Weg in die Tiefe
Sitze im Bus
seit Stunden
Das alte Vehikel
windet sich in
unendlichen Windungen.
Ein Kind weint
ohne Unterbrechung,
die Luft wird eng.
Es wird kaelter,
die Anden lachen
durch die Busritzen.
Eine Heizung ist
in diesem Vehikel
natuerlich nicht mehr
vorhanden. An Schlaf ist
auch nicht zu denken.
Bin ein Eisklumpen,
der vor sich hin
bibbert. Wir kriechen
bei 4800 Metern
ueber den Pass.
Dann geht es abwaerts.
Doch die Kaelte
nehmen wir mit.
Mein Bauch und Kopf denkt
nun auch ans Erbrechen,
wie es das Kind in seinen
Weinpausen praktiziert.
Es geht tiefer und tiefer,
der Weg in die Tiefe.
Nach Stunden erreichen
wir eine Schwelle.
Es ist die Schwelle,
die das Gebirge
von der Tiefebene trennt.
In schmodrigen Wegen
schlickert das Vehikel,
wie viele andere Vehikel.
-Solche Vehikel gibt es
auch im Verkehrsmuseum.-
Irgendwann stoppt der
Vehikelzug. Und er stoppt
fuer Stunden. Die Menschen
lagern an den Rändern.
Mit den Regenfaellen
der Nacht gingen Strassen-
abschnitte in die Tiefe.
Wir warten und schwitzen,
denn hier an der Schwelle
beginnt das Reich der Tiefe.
Dieses Reich haucht die Hitze
wie die Tiefe, die aus dem
Inneren hervorzulodern scheint.
Nach Stunden setzt sich die
Fahrt fort. Die Vehikel-
karawane kriecht wieder.
Tiefer und tiefer.
Alles schwitzt, die Felder,
die Waelder, der Bus.
Und in seinem Inneren
schwitzen seine Passanten,
bis sie dampfen.
Rauchend erreicht
das Vehikel Pucallpa
- die Stadt in der Tiefe -
am Rande des Amazonabeckens.
seit Stunden
Das alte Vehikel
windet sich in
unendlichen Windungen.
Ein Kind weint
ohne Unterbrechung,
die Luft wird eng.
Es wird kaelter,
die Anden lachen
durch die Busritzen.
Eine Heizung ist
in diesem Vehikel
natuerlich nicht mehr
vorhanden. An Schlaf ist
auch nicht zu denken.
Bin ein Eisklumpen,
der vor sich hin
bibbert. Wir kriechen
bei 4800 Metern
ueber den Pass.
Dann geht es abwaerts.
Doch die Kaelte
nehmen wir mit.
Mein Bauch und Kopf denkt
nun auch ans Erbrechen,
wie es das Kind in seinen
Weinpausen praktiziert.
Es geht tiefer und tiefer,
der Weg in die Tiefe.
Nach Stunden erreichen
wir eine Schwelle.
Es ist die Schwelle,
die das Gebirge
von der Tiefebene trennt.
In schmodrigen Wegen
schlickert das Vehikel,
wie viele andere Vehikel.
-Solche Vehikel gibt es
auch im Verkehrsmuseum.-
Irgendwann stoppt der
Vehikelzug. Und er stoppt
fuer Stunden. Die Menschen
lagern an den Rändern.
Mit den Regenfaellen
der Nacht gingen Strassen-
abschnitte in die Tiefe.
Wir warten und schwitzen,
denn hier an der Schwelle
beginnt das Reich der Tiefe.
Dieses Reich haucht die Hitze
wie die Tiefe, die aus dem
Inneren hervorzulodern scheint.
Nach Stunden setzt sich die
Fahrt fort. Die Vehikel-
karawane kriecht wieder.
Tiefer und tiefer.
Alles schwitzt, die Felder,
die Waelder, der Bus.
Und in seinem Inneren
schwitzen seine Passanten,
bis sie dampfen.
Rauchend erreicht
das Vehikel Pucallpa
- die Stadt in der Tiefe -
am Rande des Amazonabeckens.
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Der zweite Abschied
Eines Tages kam mein Abschied. Er ließ sich irgendwann nicht mehr aufhalten. Es war traurig, aber auch chaotisch, wie fast alles im Viertel auch eine chaotische Note trägt. Die Kinder fragten, warum ich gehe. Wir liefen die Wege auf und ab, probierten ein paar Spiele und kauten Kaugummis. Dann begleiteten die Kinder mich noch zum steilen Hang. Bei dem ganzen Auf und Ab wurde natürlich viel gelacht, es waren ja auch die Kinder von Portales. Und diese Kinder sind arm und lachen fast 2/3 vom Tag.
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