Meine Suche nach einer Unterkunft in Sucre gestaltete sich schwierig. Ich brauche eine Woche, bis ich ein angenehmes kleines Zimmer finde.
Am ersten Tag gehe ich mit einem Franzosen auf Suche. Er will unbediengt die billigst Unterkunft der Stadt finden. So landen wir in La Plata, einem schon fast schrulligen Unterkunft. Wir haben ein dreckiges Zimmer mit zwei Betten. Am naechsten Tag faehrt der Franzose weiter. Da ich auch gerne ganz billig lebe, bleibe ich in La Plata. Ich bekomme nun ein winziges Zimmer mit einem winzigen Bett. Doch es ist dort noch dreckiger, dass es selbst mir zu bunt wird. So verlasse ich am naechsten Tag mein winziges "Etwas".
Ich finde ein Hostel, wo ich in einem Schlafraum mit vielen anderen Reisenden unterkomme, die aber die halbe Nacht feiern. Ausserdem ist dieser Raum total dunkel. So gehe ich bald erneut auf Suche. Da ich nun aber den ganzen Tag Unterricht habe, warte ich ein paar Tage mit meinem Umzug.
In der Naehe finde ich ein anderes einfaches Hostel. Dort gibt es auch ein schoenes kleines Zimmer, was man mir zeigt. Doch als ich einziehen moechte, wird es wieder anders. Man steckt mich in eine noch dunklere Hoehle. Ich bereue schon meinen Umzug. Hier merke ich, wie wichtig mir ein Fenster ist, und wie schlimm es ist, wenn das Zimmer stockdunkel ist. Nun muss ich immer wieder darauf dringen, dass ich das Zimmer wechseln kann. Es dauert zwei Tage, einen weiteren Disput und sogar noch eine Erhoehung des Preises bis ich umziehen kann. Nun endlich habe ich es geschafft, habe ein kleines Zimmer mit Fenster und sogar ein paar Ablagemoeglichkeiten. Gegenwaertig bin ich sesshaft.
Es ist mein persönlicher Blog mit Erzählungen, Fotos und Gedichten zu meinen zwei Reisen durch Südamerika. Die meisten Einträge erzählen von meinen Aufenthalten in Chile, Bolivien und Peru. Ich wünsche euch viel Spass beim Entdecken.
Dienstag, 27. Januar 2015
Gesichter aus den Bergen
Am Sonntag war ich in den Bergen. Ich besuchte da eine kleine Stadt der indigenen Bevoelkerung. Dabei entstanden folgende Aufnahmen.
Montag, 26. Januar 2015
Die Stadt der Indianer
Am Samstag bin ich mit den Ungarn Sophie und Sabo unterwegs. Wir steifen ueber den Friedhof und sind sehr bewegt, weil es unwahrscheinlich viele Kinderurnen gibt. Sicher spielen viele Faktoren eine Rolle: das schwaechere Gesundheitssystem, die finanzielle Not vieler Familien, aber auch, die immer noch existierende Kinderarbeit. Und trotzdem ist dieser Friedhof durch seine parkaehnliche Anlage, die vielen Baeume und die verzierten Grabhaeuser ein Ort der Schoenheit. Von hier wandern wir zum Mirador (Aussichtspunkt), von wo aus ein besonderer Blick ueber die Stadt moeglich ist. Nicht weit davon entfernt gibt es ein bedeutendes Museum: das Museum der indigenen Kunst. Hier werden Textilien, Trachten und Musikinstrumente der indigenen Bevoelkerung ausgestellt. Wir sind beruehert davon, welch hohe Kunst die Menschen in der kargen Bergwelt ueber die Jahrhunderte entwickelt haben.
An der Kasse komme ich ins Gespraech mit einer Bolivianerin. Sie berichtet mir, dass es morgen in den Bergen einen grossen Markt gibt, quasi in einer "Stadt der Indianer". Das klingt spannend. So beschliessen wir, am naechsten Tag in die Berge aufzubrechen. Wir sind ganz aufgeregt, was uns erwarten wird.
In einem kleinen Park treffen wir uns am Sonntag wieder, fahren mit einem Minibus durch die Stadt, bis zu der Stelle, wo die Kleinbusse in die sechzig Kilometer entfernte Stadt starten sollen. Wir finden einen Bus. Der Fahrer ruft solange Leute herbei, bis auch jeder Platz besetzt ist. Dann beginnt die Fahrt durch karges Gebirgsland, oft hinauf und wieder hinunter. Manchmal passieren wir kleine Ortschaften. Die Haeuser bestehen aus kleinen Lehmhaeusern. Daneben gibt es meist Kartoffelfelder, manchmal auch Mais. Hin und wieder stehen einzelne Hoefe, auch aus Lehm gebaut. Oft stehen daneben auch Lehmruinen. Doch der groesste Teil des Gebirgslandes ist unbebaubar. Nach ungefaehr zwei Stunden erreichen wir die kleine Stadt.
Auch hier sind fast alle Haeuser aus Lehm. Es gibt einen kleinen Platz. Dort werden die unterschiedlichsten Stoffe und Kleidungsstuecke angeboten. Auch in den kleinen Lehmgassen gibt es viele Staende und Laeden. Viele Menschen erhoffen sich etwas zu verdienen. Es gibt auch Laeden fuer den taeglichen Bedarf: Lebensmittel und Haushaltswaren. Und wieder schoenste Staende mit gewebten Textilien. Meine ungarischen Freunde kaufen sich eine tolle gewebte Decke mit vielen Tiermotiven. Ich erwerbe eine Muetze mit Lamabildern. Damit sehe ich etwas aus wie der Schellenursli.
Weiter gehen wir durch die Gassen. Viele Menschen in ihren Trachten begegnen uns. Die meisten von ihnen sind arm. Ich mache ein paar Fotos. Die Leute sehen weg, sie moegen es nicht. Zu spaet merke ich, dass mein Fotografieren ein Fehler war, eine Verletzung. Ich hoere auf damit.
Die Trachten sind ganz unterschiedlich, manche kunterbunt, andere in Rot und Schwarz, wieder andere mit der Farbe gelb. Was bedeutet dies? Hat jedes Dorf eine andere Tracht oder geht es hierbei um die Stellung? Ich habe noch keine Erklaerung.
Ueber zum Teil recht aufgerissene Wege kehren wir wieder zurueck zum Platz. Dort steht ein recht urzeitlicher Bus der lautstark nach Mitfahrern sucht. Wir steigen ein. Langsam fuellt sich das Ungetuem. Dunkel aussehende Menschen, viele mit schwarzen Hueten, andere mit schwarzen Zoepfen steigen ein. Die Fahrt beginnt. Schauckelnd bewegen wir uns zurueck in die Stadt, zurueck in eine andere Welt. Wir sind erfuellt.
An der Kasse komme ich ins Gespraech mit einer Bolivianerin. Sie berichtet mir, dass es morgen in den Bergen einen grossen Markt gibt, quasi in einer "Stadt der Indianer". Das klingt spannend. So beschliessen wir, am naechsten Tag in die Berge aufzubrechen. Wir sind ganz aufgeregt, was uns erwarten wird.
In einem kleinen Park treffen wir uns am Sonntag wieder, fahren mit einem Minibus durch die Stadt, bis zu der Stelle, wo die Kleinbusse in die sechzig Kilometer entfernte Stadt starten sollen. Wir finden einen Bus. Der Fahrer ruft solange Leute herbei, bis auch jeder Platz besetzt ist. Dann beginnt die Fahrt durch karges Gebirgsland, oft hinauf und wieder hinunter. Manchmal passieren wir kleine Ortschaften. Die Haeuser bestehen aus kleinen Lehmhaeusern. Daneben gibt es meist Kartoffelfelder, manchmal auch Mais. Hin und wieder stehen einzelne Hoefe, auch aus Lehm gebaut. Oft stehen daneben auch Lehmruinen. Doch der groesste Teil des Gebirgslandes ist unbebaubar. Nach ungefaehr zwei Stunden erreichen wir die kleine Stadt.
Auch hier sind fast alle Haeuser aus Lehm. Es gibt einen kleinen Platz. Dort werden die unterschiedlichsten Stoffe und Kleidungsstuecke angeboten. Auch in den kleinen Lehmgassen gibt es viele Staende und Laeden. Viele Menschen erhoffen sich etwas zu verdienen. Es gibt auch Laeden fuer den taeglichen Bedarf: Lebensmittel und Haushaltswaren. Und wieder schoenste Staende mit gewebten Textilien. Meine ungarischen Freunde kaufen sich eine tolle gewebte Decke mit vielen Tiermotiven. Ich erwerbe eine Muetze mit Lamabildern. Damit sehe ich etwas aus wie der Schellenursli.
Weiter gehen wir durch die Gassen. Viele Menschen in ihren Trachten begegnen uns. Die meisten von ihnen sind arm. Ich mache ein paar Fotos. Die Leute sehen weg, sie moegen es nicht. Zu spaet merke ich, dass mein Fotografieren ein Fehler war, eine Verletzung. Ich hoere auf damit.
Die Trachten sind ganz unterschiedlich, manche kunterbunt, andere in Rot und Schwarz, wieder andere mit der Farbe gelb. Was bedeutet dies? Hat jedes Dorf eine andere Tracht oder geht es hierbei um die Stellung? Ich habe noch keine Erklaerung.
Ueber zum Teil recht aufgerissene Wege kehren wir wieder zurueck zum Platz. Dort steht ein recht urzeitlicher Bus der lautstark nach Mitfahrern sucht. Wir steigen ein. Langsam fuellt sich das Ungetuem. Dunkel aussehende Menschen, viele mit schwarzen Hueten, andere mit schwarzen Zoepfen steigen ein. Die Fahrt beginnt. Schauckelnd bewegen wir uns zurueck in die Stadt, zurueck in eine andere Welt. Wir sind erfuellt.
Sonntag, 25. Januar 2015
Sucre von oben
Mittwoch, 21. Januar 2015
Ich bin ein Schüler
Morgens stehe ich zeitig auf, dusche mich, ziehe mich an und lerne für den folgenden Schultag mit meinen Aufzeichnungen. Dann frühstücke ich und mache mich auf zu meiner Schule, dem Institut Cultural Boliviano Alemán.
In den Vormittagsstunden habe ich bei einem Lehrer drei Stunden Grammatik. Dann gibt es eine längere Mittagspause. In den Nachmittagsstunden habe ich drei Stunden Konversation bei einer Frau.
Die Unterrichtsstunden sind sehr anstrengend und dicht, doch ich bin sehr froh, weil ich das Gefühl habe, dass ich viel lerne und gut voran komme.
Nun wage ich mich immer mehr, Menschen in Geschäften oder auf der Straße anzusprechen. Das habe ich zwar frühe auch schon getan, aber die Gespräche ergeben nun öfter einen Sinn. Früher führten sie manchmal zur Frustration für meine Gegenseite, heute vielleicht nur noch zur Verunsicherung.
Nun es ist auch mal wieder ganz gut, so richtig gefordert zu sein, abends im Bett und morgens am Tisch, Vokabeln und Konjugationen zu lernen. Da werde ich an vergangene Prüfungszeiten erinnert. So schwer sie auch waren, sie hatten doch auch etwas ganz intensives und vorankommendes.
Ja, und verrückt ist es ja auch, wieder Schüler zu sein, machen was die Lehrer sagen, die Aufgaben erfüllen und alles was dazu gehört. Ich erwische mich sogar dabei, dass ich ein super guter Schüler sein möchte. Nun vielleicht werde ich irgendwann ein Schüler, der sogar einmal einen kleinen Streich spielen möchte, so wie in der Feuerzangenbohle.
Jedenfalls ist es mal so richtig schön wieder zu lernen, selbst ein Schüler sein und zu erleben wie es ist, wenn einem der "Lernraum" gestaltet wird. Auch ist es angenehm durch mein "Schülerdasein" einen anderen Tagesrhythmus und "Lernaufgabe" zu besitzen. Ich fuehle mich ein bischen in die Kindheit zurueckversetzt. Das ist eine recht spannende Erfahrung.
In den Vormittagsstunden habe ich bei einem Lehrer drei Stunden Grammatik. Dann gibt es eine längere Mittagspause. In den Nachmittagsstunden habe ich drei Stunden Konversation bei einer Frau.
Die Unterrichtsstunden sind sehr anstrengend und dicht, doch ich bin sehr froh, weil ich das Gefühl habe, dass ich viel lerne und gut voran komme.
Nun wage ich mich immer mehr, Menschen in Geschäften oder auf der Straße anzusprechen. Das habe ich zwar frühe auch schon getan, aber die Gespräche ergeben nun öfter einen Sinn. Früher führten sie manchmal zur Frustration für meine Gegenseite, heute vielleicht nur noch zur Verunsicherung.
Nun es ist auch mal wieder ganz gut, so richtig gefordert zu sein, abends im Bett und morgens am Tisch, Vokabeln und Konjugationen zu lernen. Da werde ich an vergangene Prüfungszeiten erinnert. So schwer sie auch waren, sie hatten doch auch etwas ganz intensives und vorankommendes.
Ja, und verrückt ist es ja auch, wieder Schüler zu sein, machen was die Lehrer sagen, die Aufgaben erfüllen und alles was dazu gehört. Ich erwische mich sogar dabei, dass ich ein super guter Schüler sein möchte. Nun vielleicht werde ich irgendwann ein Schüler, der sogar einmal einen kleinen Streich spielen möchte, so wie in der Feuerzangenbohle.
Jedenfalls ist es mal so richtig schön wieder zu lernen, selbst ein Schüler sein und zu erleben wie es ist, wenn einem der "Lernraum" gestaltet wird. Auch ist es angenehm durch mein "Schülerdasein" einen anderen Tagesrhythmus und "Lernaufgabe" zu besitzen. Ich fuehle mich ein bischen in die Kindheit zurueckversetzt. Das ist eine recht spannende Erfahrung.
Dienstag, 20. Januar 2015
In den Minen von Potosi
In Potosi steige ich mit einer Gruppe in die unterirrdischen Gaenge ein. Dort treffen wir auf viele Bergarbeiter. Leider sind die Bedingungen nach wie vor nicht gut. Wie ich schon berichtete treten hin und wieder Gase vulkanischen Ursprungs aus, Gaenge fallen ein und andere schlechte Arbeitsbedingungen sind vorzufinden. Auch muessen heutzutage Kinder in den engen Gaengen Wagen schieben oder werden zu anderen "Hilfsarbeiten" eingesetzt.
Sonntag, 18. Januar 2015
Bunte Kleidung in Bolivien
| Heute mal alles auf dem Kopf, vielleicht kann man da die Buntheit besser wahrnehmen. Eine junge Frau neben der bolivianischen Fahne. |
| Eine aeltere Frau verkauft kleine Dinge am Strassenrand. |
| Zwei Frauen mit Hut auf dem Weg durch die Stadt. Alle Kleidungsstuecke haben andere Farben. |
| Das neugeborene Kind ganz in ein buntes Tuch gewickelt. Die Frauen haben ganz innige Beziehungen zu ihren Kindern. |
| Auch diese Frau verkauft auf der Strasse, sie sitzt direkt am Strassenrand. Ihr kleines Kind scheint immer mit dabei zu sein. |
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