In Samaipata gingen Volker und ich jeden Tag auf den Markt fruehstuecken. Bevor wir uns an einen Marktisch setzen konnten, um dort Kaffee oder Fruchtsaft zu trinken, kauften wir uns an den Marktstaenden verschiedene Fruechte -Avocados und Tomaten- und besorgten uns in einem Laden Broetchen. Die Marktfrauen gaben uns auch Teller und Salz. So wurde es jeweils ein ganz angenehmes Fruehstueck.
Es ist mein persönlicher Blog mit Erzählungen, Fotos und Gedichten zu meinen zwei Reisen durch Südamerika. Die meisten Einträge erzählen von meinen Aufenthalten in Chile, Bolivien und Peru. Ich wünsche euch viel Spass beim Entdecken.
Sonntag, 8. März 2015
Samstag, 7. März 2015
Fast Food auf Bolivianisch-Gastbeitrag-
Nach der Sprachschschule zog es uns zum Mercado Central zum Mittagessen. Dort sind die Areale streng aufgeteilt, auf der zweiten Etage des Stalhskelettbaues befinden sich die Garkuechen. An langen Tischen, die links und rechts des Gangs aufgebaut sind, stehen Frauen in blauen Schuerzen und preisen ihr Essen an. Es gibt ueberall das Gleiche:Zopa, Pollo, Chuletas, Pescado und Falso Conejo. Suppe, Huehnchen, Schnitzel, Fisch und Falscher Hase. Am Ende eines jeden Tisches befindet sich die offene Kueche, wo eine Koechin inmitten aufgestapelter Zutaten an einem Gasherd hantiert. Als wir uns dem ersten Tisch naehern, fordert uns die zugehoerige Frau lautstark auf, uns zu setzen. Wir zoegern noch, da wir uns erst einen Ueberblick verschaffen wollen .Das ruft auch die Frauen an den anderen Tischen auf den Plan, die sich nun bemerkbar machen und uns zu sich ziehen wollen. Doch es ist das Revier der ersten Frau, mit sanfter Gewalt will sie uns auf die Bank zwingen, dieser Fang soll ihr nicht entgehen. Uns wird das zu aufdringlich und wir loesen uns von ihr. Mehrere Frauen schwaermen nun auf uns zu, sie sehen, dass wir unentschlossen sind und wittern ihre Chance. Doch wie sollen wir entscheiden, bei gleichem Essen, gleichen Preisen und gleich blauen Schuerzen?
Schliesslich nimmt uns eine aeltere Frau unter ihre Fittiche und laesst keinen Zweifel daran, dass wir uns an ihren Tisch zu stzen haben. Wir geben uns geschlagen und wollen uns gegenueber setzen, doch so geht das nicht. Wir haben uns nebeneinander zu setzen und soweit aufzuruecken, dass der Platz zum Gang frei wird fuer neue Gaeste. Schnell sollen wir das Essen waehlen, Pollo picante, unsere Entscheidung wird der Koechin zugerufen und sofort bezieht sie wieder Stellung, um neue Gaeste einzufangen.
Ich bin bis an die aufgehaeuften Fleischstuecke herangerueckt. Darunter befinden sich Plastikschuesseln mit Salatzutaten, geschnittene Zwiebeln und Tomaten. Von den gekoepften Haehnchen tropft das Blut auf den gruenen Salat.
Wenige Minuten spaeter steht unser Essen auf dem Tisch, ein Plastikteller mit Salat, Reis, Kartoffeln, Nudeln und Fleisch. Das Pikante ist die Sosse auf dem Haehnchen. Es ist ein pragmatisches Essen zum sattwerden und es passt andiesen Ort. Ich esse mit Appetit, den Salat lasse ich zurueck. Wir stehen auf und wollen bei der Frau bezahlen. Mangels Kundschaft hat sie auf der Bank platzgenommen und nimmt mit weit weniger Enthusiasmus als zuvor unser Geld entgegen, ihr Job ist laengst getan. Sie ruft uns noch ein "Vuelven mañana" hinterher, "morgen kommt ihr wieder" und unbehelligt machen wir uns auf den Weg durch das naechste Marktareal. Es gehoert den Verkaeuferinnen von Blumenstraussen und Grabgestecken.
-Gastbeitrag von Volker-
Schliesslich nimmt uns eine aeltere Frau unter ihre Fittiche und laesst keinen Zweifel daran, dass wir uns an ihren Tisch zu stzen haben. Wir geben uns geschlagen und wollen uns gegenueber setzen, doch so geht das nicht. Wir haben uns nebeneinander zu setzen und soweit aufzuruecken, dass der Platz zum Gang frei wird fuer neue Gaeste. Schnell sollen wir das Essen waehlen, Pollo picante, unsere Entscheidung wird der Koechin zugerufen und sofort bezieht sie wieder Stellung, um neue Gaeste einzufangen.
Ich bin bis an die aufgehaeuften Fleischstuecke herangerueckt. Darunter befinden sich Plastikschuesseln mit Salatzutaten, geschnittene Zwiebeln und Tomaten. Von den gekoepften Haehnchen tropft das Blut auf den gruenen Salat.
Wenige Minuten spaeter steht unser Essen auf dem Tisch, ein Plastikteller mit Salat, Reis, Kartoffeln, Nudeln und Fleisch. Das Pikante ist die Sosse auf dem Haehnchen. Es ist ein pragmatisches Essen zum sattwerden und es passt andiesen Ort. Ich esse mit Appetit, den Salat lasse ich zurueck. Wir stehen auf und wollen bei der Frau bezahlen. Mangels Kundschaft hat sie auf der Bank platzgenommen und nimmt mit weit weniger Enthusiasmus als zuvor unser Geld entgegen, ihr Job ist laengst getan. Sie ruft uns noch ein "Vuelven mañana" hinterher, "morgen kommt ihr wieder" und unbehelligt machen wir uns auf den Weg durch das naechste Marktareal. Es gehoert den Verkaeuferinnen von Blumenstraussen und Grabgestecken.
-Gastbeitrag von Volker-
Unser Schulweg in Sucre -Gastbeitrag von Volker-
Morgens treten wir aus dem kleinen gelben Innenhof unseres Hostals auf die Calle Colon. Zuvor haben uns Cynthia und Sandra ein kleines Fruehstueck in der einfachen offenen Kueche zubereitet. Franzoesische Crepes mit etwas Marmelade. Kaffeeextrakt, den man mit heissem Wasser verduennen muss und ein Glas Papayasaft.
Unsere erste Station ist der Schumacher, der seine Werkstatt hinter einer offenen Tuer an der Strasse hat. Er sitzt inmitten von kaputten Schuhen, die in Europa jeder laengst weggeschmissen haette, an einer alten gusseisernen Maschine neben einem kleinen Fernseher. Er sieht aus wie eine indianische Mischung aus Wolfgang Neuss und Frank Zappa. Wir unterhalten uns gern mit ihm. Was er uns sagen will, bleibt jedoch unverstaendlich. Nach freundlichem Haendeschuetteln ziehen wir weiter. Horden von Schuelern und Schuelerinnen in Uniformen bevoelkern die Strasse. Wir passieren das Colegio Aleman, deren Schueler schwarz-rot-goldene Trainingsanzuege tragen. Als wir durch das offene Schultor spaehen, sehen wir das grosse Emblem eines schwarzen Adlers ander Wand prangen. Eine Ecke weiter werden wir fast von einer Gruppe junger Maedchen in blauer Sportkleidung umgerannt, die die engen Buergersteige Sucres zum Schulsport nutzen. Schneller als die Autos in den verstopften Strassen sind sie auf jeden Fall. Allerdings muessen sie die indianischen Frauen umlaufen, die mit ihren bunten Kleidern, den langen schwarzen Zoepfen und dem schwarzen Hut auf dem Kopf ihre Waren anbieten. Es gibt Schmalzgebaeck, frische Saefte, die mit Maschinen aus dem vorletzten Jahrhundert gepresst werden, oder auch nur ein paar Pfirsiche auf einer Decke, neben der noch zwei bis drei kleine Kinder liegen.
An der Kreuzung Colon-Bolivar regelt ein Polizist den Verkehr. Die bunte Mischung aus knatternden Motos, uralten VW- Kaefern, japanischen Kleinwagen, protzigen SUVs und importierten, dort ausrangierten Linienbussen mit asiatischen Schriftzeichen, gehorcht brav seinem autoritaerem Pfiff, und wir koennen die Strasse wechseln.
Die Calle Bolivar fuehrt Richtung Plaza , das merkt man auch an der zunehmenden Zahl von Touristen, die wie verabredet alle in Flip-Flops und Shorts herumlaufen, obwohl es auf 2700m Hoehe heute eher kuhl und regnerisch ist. Die jungen Sucreanos tragen Jeans, Sneackers und sind mit ihrem Handy beschaeftigt. Auf den Schutthuegeln einer Baustelle hat sich eine Gang von 15-20 Strassenhunden niedergelassen.
Kurz vor unserem Ziel, dem Instituto Bolivio-Aleman, wo wir einen Sprachkurs belegen, befindet sich der Parador Santa Maria la Real. Ein Luxushotel in einem kolonialen Prachtbau mit blau gestrichenem Innenhof. Ein betagtes amerikanisches Ehepaar tritt gerade heraus, bekleidet mit voluminoesen Cargohosen und Tropenhueten auf dem Kopf, das Moskitonetz ist allerdings noch hochgerefft.
Unsere erste Station ist der Schumacher, der seine Werkstatt hinter einer offenen Tuer an der Strasse hat. Er sitzt inmitten von kaputten Schuhen, die in Europa jeder laengst weggeschmissen haette, an einer alten gusseisernen Maschine neben einem kleinen Fernseher. Er sieht aus wie eine indianische Mischung aus Wolfgang Neuss und Frank Zappa. Wir unterhalten uns gern mit ihm. Was er uns sagen will, bleibt jedoch unverstaendlich. Nach freundlichem Haendeschuetteln ziehen wir weiter. Horden von Schuelern und Schuelerinnen in Uniformen bevoelkern die Strasse. Wir passieren das Colegio Aleman, deren Schueler schwarz-rot-goldene Trainingsanzuege tragen. Als wir durch das offene Schultor spaehen, sehen wir das grosse Emblem eines schwarzen Adlers ander Wand prangen. Eine Ecke weiter werden wir fast von einer Gruppe junger Maedchen in blauer Sportkleidung umgerannt, die die engen Buergersteige Sucres zum Schulsport nutzen. Schneller als die Autos in den verstopften Strassen sind sie auf jeden Fall. Allerdings muessen sie die indianischen Frauen umlaufen, die mit ihren bunten Kleidern, den langen schwarzen Zoepfen und dem schwarzen Hut auf dem Kopf ihre Waren anbieten. Es gibt Schmalzgebaeck, frische Saefte, die mit Maschinen aus dem vorletzten Jahrhundert gepresst werden, oder auch nur ein paar Pfirsiche auf einer Decke, neben der noch zwei bis drei kleine Kinder liegen.
An der Kreuzung Colon-Bolivar regelt ein Polizist den Verkehr. Die bunte Mischung aus knatternden Motos, uralten VW- Kaefern, japanischen Kleinwagen, protzigen SUVs und importierten, dort ausrangierten Linienbussen mit asiatischen Schriftzeichen, gehorcht brav seinem autoritaerem Pfiff, und wir koennen die Strasse wechseln.
Die Calle Bolivar fuehrt Richtung Plaza , das merkt man auch an der zunehmenden Zahl von Touristen, die wie verabredet alle in Flip-Flops und Shorts herumlaufen, obwohl es auf 2700m Hoehe heute eher kuhl und regnerisch ist. Die jungen Sucreanos tragen Jeans, Sneackers und sind mit ihrem Handy beschaeftigt. Auf den Schutthuegeln einer Baustelle hat sich eine Gang von 15-20 Strassenhunden niedergelassen.
Kurz vor unserem Ziel, dem Instituto Bolivio-Aleman, wo wir einen Sprachkurs belegen, befindet sich der Parador Santa Maria la Real. Ein Luxushotel in einem kolonialen Prachtbau mit blau gestrichenem Innenhof. Ein betagtes amerikanisches Ehepaar tritt gerade heraus, bekleidet mit voluminoesen Cargohosen und Tropenhueten auf dem Kopf, das Moskitonetz ist allerdings noch hochgerefft.
Freitag, 6. März 2015
Die gruenschwarze Schlange
Am 26. Februar, meinem 120. Tag der Reise, gab es eine Tour in den subtropischen Regenwald.
Wir waren eine kleine Gruppe, die sich zu einem Wald mit riesigen Farnen aufmachten: Volker, Julia, Rike und ich. Um 9 Uhr trafen wir uns vor einer kleinen Argentur in Samaipata. Eine halbe Stunde spaeter zwaengten wir uns in ein Auto. Ueber verschlungene Weg ging es aufwarts, zehn Kilometer in steinigen Serpentinnen. Dann stiegen wir aus. Die Fuehrerin Ines uebernahm die Leitung.
Erst waren die Baume noch recht klein. Doch schnell wurden die Baeume um uns herum groesser, der Wald wurde dunkler, der Pfad enger und schlammiger. Mehrmals rutschten Julia und ich im Schlamm aus. Am Wegesrand zeigte uns Ines ganz unterschiedliche seltene Pflanzen. Sehr beeindruckend erschienen uns die Riesenfarne, die sich wie Gespenster um uns tummelten. Recht schwierig gestaltete sich der Aufstieg ueber feuchte Pfade auf den Kamm eines Bergrueckens. Ein haeufiges Ausrutschen war unvermeidlich.
Auf dem Bergruecken durfte ich als erster gehen. Nun ging ich noch aufmerksamer und langsamer. Ploetzlich sah ich etwas schlaengelnd-schwebendes ueber den dunklen Pfad huschen. Ich zuckte zurueck und blieb erstarrt stehen. Leise fluesterte ich zu den anderen: "Eine Schlange", obwohl ich mir nicht ganz sicher war, ob ich wirklich eine Schlange entdeckt hatte.
Ganz langsam bewegten wir uns vorwaerts. Jetzt galt es sehr vorsichtig und behutsam zu sein. Zum einen sind die meisten Schlangen hier giftig, zum anderen sollte sie von uns nicht gestoert werden. Da erblickte ich sie. Es war eine lange, gruenschwarze Schlange, die sich recht bedächtig und grazil fortbewegte. Was fuer ein fantastisches Geschoepf! Zwischen Blaettern und Zweigen wand sie sich kunstvoll. Spaeter wendete sie sich etwas zu uns. Als sie uns erblickte, schien sie sich zu erschrecken. Blitzschnell zog sie sich zurueck. Doch als sie merkte, dass wir nicht naeher kamen, zog sie langsam in kleinen schwungvollen Bewegungen ueber Zweigen auf einer geneigten Ebene davon. Ihr Gruen war fuer mich noch zu sehen, als sie schon lange verschwunden war.
Noch heute sehe ich manchmal das wundersame Gruen der gruenschwarzen Schlange vor mir. Es kommt wie aus einer anderen Welt zu mir und läßt mich fast schweben.
Wir waren eine kleine Gruppe, die sich zu einem Wald mit riesigen Farnen aufmachten: Volker, Julia, Rike und ich. Um 9 Uhr trafen wir uns vor einer kleinen Argentur in Samaipata. Eine halbe Stunde spaeter zwaengten wir uns in ein Auto. Ueber verschlungene Weg ging es aufwarts, zehn Kilometer in steinigen Serpentinnen. Dann stiegen wir aus. Die Fuehrerin Ines uebernahm die Leitung.
Erst waren die Baume noch recht klein. Doch schnell wurden die Baeume um uns herum groesser, der Wald wurde dunkler, der Pfad enger und schlammiger. Mehrmals rutschten Julia und ich im Schlamm aus. Am Wegesrand zeigte uns Ines ganz unterschiedliche seltene Pflanzen. Sehr beeindruckend erschienen uns die Riesenfarne, die sich wie Gespenster um uns tummelten. Recht schwierig gestaltete sich der Aufstieg ueber feuchte Pfade auf den Kamm eines Bergrueckens. Ein haeufiges Ausrutschen war unvermeidlich.
Auf dem Bergruecken durfte ich als erster gehen. Nun ging ich noch aufmerksamer und langsamer. Ploetzlich sah ich etwas schlaengelnd-schwebendes ueber den dunklen Pfad huschen. Ich zuckte zurueck und blieb erstarrt stehen. Leise fluesterte ich zu den anderen: "Eine Schlange", obwohl ich mir nicht ganz sicher war, ob ich wirklich eine Schlange entdeckt hatte.
Ganz langsam bewegten wir uns vorwaerts. Jetzt galt es sehr vorsichtig und behutsam zu sein. Zum einen sind die meisten Schlangen hier giftig, zum anderen sollte sie von uns nicht gestoert werden. Da erblickte ich sie. Es war eine lange, gruenschwarze Schlange, die sich recht bedächtig und grazil fortbewegte. Was fuer ein fantastisches Geschoepf! Zwischen Blaettern und Zweigen wand sie sich kunstvoll. Spaeter wendete sie sich etwas zu uns. Als sie uns erblickte, schien sie sich zu erschrecken. Blitzschnell zog sie sich zurueck. Doch als sie merkte, dass wir nicht naeher kamen, zog sie langsam in kleinen schwungvollen Bewegungen ueber Zweigen auf einer geneigten Ebene davon. Ihr Gruen war fuer mich noch zu sehen, als sie schon lange verschwunden war.
Noch heute sehe ich manchmal das wundersame Gruen der gruenschwarzen Schlange vor mir. Es kommt wie aus einer anderen Welt zu mir und läßt mich fast schweben.
Im Dschungel
Heute zeige ich euch ein paar Fotografien, die ich im tropischen Regenwald in der Naehe von Samaipata gemacht habe. Der Wald ist sozusagen ein Auslaeufer des Amazonastieflandes.
Im Wald konnten ich viele kleine Tiere beobachten, etliche ganz kleine Wesen.
Diese Fotos und die Geschichte über die grünschwarze Schlange widme ich der Amazonasklasse, die ich hiermit herzlich gruesse. Ich denke oft an euch und hoffe, dass es euch gut geht.
Im Wald konnten ich viele kleine Tiere beobachten, etliche ganz kleine Wesen.
| Dieser Schmetterling ernaehrt sich auch von Fruechten. Er leuchtet in einem wundersamen Blauton. |
| Diese Raupe soll toedlich giftig sein und ist doch zauberhaft. |
| Hoch in den Baeumen warten die Geier auf ihre Malzeit. Doch der Kondor hat Vorrang muss dafuer sorgen, dass das tote Tier zerlegt wird. |
| In dieser Wabe leben kleine Wespen zwischen Grashalmen einer Wiese. |
| In diesem unterirdischen Bau leben Erdameisen. |
Dienstag, 3. März 2015
Der alte Mann von der Insel
In unserem Hostel wohnt ein alte Mann, graue strupplige Haare, eine schwarze Brille und fehlende Zähne. Er kommt von einer dieser spanischen Inseln vor Afrika, ist dreiundsechzig Jahre alt und zieht auf irgendeine Art und Weise durch die Welt.
Gestern baut er einen Grill im Hof des Hostels auf. Am Abend beginnt er frisch gekaufte Fleischstücke zu braten, der Mann mit den strupplige Haaren, der schwarzen Brille und den fehlenden Zähnen. Auch uns lädt er zu seinem Fest ein. Wir sind zu müde. Doch die Argentinerinnen kommen und feiern mit ihm.
Heute müssen wir zeitig frühstücken. Da steht der alte Mann vor der Tür der Argentinerinnen mit einer Torte. Er weckt sie liebevoll, denn Jessica hat Geburtstag. Der alte Mann mit den struppligen Haaren, der schwarzen Brille und den fehlenden Zähnen.
Gestern baut er einen Grill im Hof des Hostels auf. Am Abend beginnt er frisch gekaufte Fleischstücke zu braten, der Mann mit den strupplige Haaren, der schwarzen Brille und den fehlenden Zähnen. Auch uns lädt er zu seinem Fest ein. Wir sind zu müde. Doch die Argentinerinnen kommen und feiern mit ihm.
Heute müssen wir zeitig frühstücken. Da steht der alte Mann vor der Tür der Argentinerinnen mit einer Torte. Er weckt sie liebevoll, denn Jessica hat Geburtstag. Der alte Mann mit den struppligen Haaren, der schwarzen Brille und den fehlenden Zähnen.
Der orange Hut
Vor zwei Wochen geschah es. Volker, der Motorradfahrer, der Rucksack und ich saßen auf dem Motorrad heimwärts zur Biogärtnerei. Da flog mir mein Hut vom Kopf. Nun hatte ich keinen Hut mehr, nur noch zwei warme Mützen. Doch Mützen sind in subtropischen und tropischen Gebieten recht ungeeignet. Es bestand jetzt die Gefahr, dass die Sonne meine Kopf verbrennen könnte.
Eine neue Kopfbedeckung galt es zu beschaffen. Und es sollte schon was feines sein. Als Kind hatte ich schon gern einen Hut getragen. Auch mein Großvater, so sagt man, soll Hüte geliebt haben.
So suchte ich mehrere Tage nach einem geeigneten Exemplar. Erst auf dem Markt in Santa Cruz und später auf dem Markt in Samaipata. Doch die Entscheidung fiel mir schwer. Was passte gut zu mir: ein Cowboyhut, wie ihn Volker jetzt trägt, ein Sonnenhut oder doch eher ein Basecape. Ein Cowboyhut schien mir zu groß für meinen Kopf, ein Sonnenhut zu schwer zu transportieren und ein Basecape zu unelegant. Tagelang schmerzte die Sonne auf meinem Kopf, da ich mich nicht entscheiden konnte, und somit keine Kopfbedeckung hatte. Einen Tag versuchte ich es mit der grünen Mütze. Doch die Sonne brannte weiter auf der Nase und am Hals.
Die Suche ging weiter. Wieder stöberte ich auf dem Markt. Da fand ich einen neuen Hutstabel mit kleinen chinesischen Hüten. Ich wurde aufmerksam. Sofort probierte ich einige verschiedenfarbige Hüte. Ein Hut fiel mir ins Auge. Den musste ich haben. Ein Hut in der Farbe, wie ich sie liebe. Ich kaufte einen orangen Hut.
Mit diesem Hut passte ich gut nach Samaipata, eine kleine Stadt mit vielen Touristen, Aussteigern, Hippiekommunen und bunten Menschen aus den Bergen. Dort tragen viele, so denke ich, erstmalig orange Hüte.
Doch nun bin ich wieder in Sucre. Gestern besucht ich mit Volker ein Museum über Masken. Zwei Mädchen mussten lachen, als sie mich sahen. Vielleicht sah ich ähnlich wie ein Ausstellungsgegenstand aus. Später bekam ein Kind ganz große Augen als es mich erblickte. Nun frage ich mich, was ein orange Hut hier zu bedeuten hat.
Noch trage ich den kleinen orangen Hut.
Eine neue Kopfbedeckung galt es zu beschaffen. Und es sollte schon was feines sein. Als Kind hatte ich schon gern einen Hut getragen. Auch mein Großvater, so sagt man, soll Hüte geliebt haben.
So suchte ich mehrere Tage nach einem geeigneten Exemplar. Erst auf dem Markt in Santa Cruz und später auf dem Markt in Samaipata. Doch die Entscheidung fiel mir schwer. Was passte gut zu mir: ein Cowboyhut, wie ihn Volker jetzt trägt, ein Sonnenhut oder doch eher ein Basecape. Ein Cowboyhut schien mir zu groß für meinen Kopf, ein Sonnenhut zu schwer zu transportieren und ein Basecape zu unelegant. Tagelang schmerzte die Sonne auf meinem Kopf, da ich mich nicht entscheiden konnte, und somit keine Kopfbedeckung hatte. Einen Tag versuchte ich es mit der grünen Mütze. Doch die Sonne brannte weiter auf der Nase und am Hals.
Die Suche ging weiter. Wieder stöberte ich auf dem Markt. Da fand ich einen neuen Hutstabel mit kleinen chinesischen Hüten. Ich wurde aufmerksam. Sofort probierte ich einige verschiedenfarbige Hüte. Ein Hut fiel mir ins Auge. Den musste ich haben. Ein Hut in der Farbe, wie ich sie liebe. Ich kaufte einen orangen Hut.
Mit diesem Hut passte ich gut nach Samaipata, eine kleine Stadt mit vielen Touristen, Aussteigern, Hippiekommunen und bunten Menschen aus den Bergen. Dort tragen viele, so denke ich, erstmalig orange Hüte.
Doch nun bin ich wieder in Sucre. Gestern besucht ich mit Volker ein Museum über Masken. Zwei Mädchen mussten lachen, als sie mich sahen. Vielleicht sah ich ähnlich wie ein Ausstellungsgegenstand aus. Später bekam ein Kind ganz große Augen als es mich erblickte. Nun frage ich mich, was ein orange Hut hier zu bedeuten hat.
Noch trage ich den kleinen orangen Hut.
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