Am nächsten Tag kommt es
zu einer Exkursion.
Mit einem Einbaum
- ein Boot aus einem
Baum geschaffen -
gleiten wir, ein Fischer
und ich, über den Amazonas.
Es geht dahin, Wälder, Wiesen,
einzelne Tiere, der Fluss ist
ein Gigant.
Das Boot erreicht einen See,
welcher sich zum Schlafen
hingelegt hat. Alles ist Ruhe.
Der See schweigt.
Da schneiden
rosa Flossen die Stille.
Der Körper
streift den Luftraum.
Im höchsten Augenblick
atmet er schwer,
der rosa Delphin.
Es ist mein persönlicher Blog mit Erzählungen, Fotos und Gedichten zu meinen zwei Reisen durch Südamerika. Die meisten Einträge erzählen von meinen Aufenthalten in Chile, Bolivien und Peru. Ich wünsche euch viel Spass beim Entdecken.
Mittwoch, 18. Januar 2017
Der "verrückte" Anbieter
An einem Abend erreichte ich Lagunas. Über einen steilen Hang erreichte ich die Häuser am Ufer. Hier gab es kleine Geschäfte, Obststände und umherfahrende Motostaxis.
Ein Mann kam schnell auf mich zu, wollte mir eine Expedition in den Urwald vermitteln. Ich lehnte entschieden ab. Doch der Mann redete einfach weiter, hörte überhaupt nicht auf meine Absage. So begann ich, ihn regelrecht abzuwimmeln. Als dies immer noch nichts half, machte ich mich einfach aus dem Staub.
Ich lief in die Ortschaft Lagunas, wollte dort eine günstige Unterkunft finden. Schon bald hatte mich der verrückte Anbieter wieder an der Angel. Er redete auf mich ein. Erzählte mir vom Dschungel. Doch auch diesmal lehnte ich entschieden ab. Schnell ging ich weiter.
Später irrte ich umher, fand keine Unterkunft. Wieder griff mich der Anbieter auf. Er wollt mich sogar kostenlos in einem kleinen Zimmer schlafen lassen, wenn ich am nächsten Tag eine Tour bei ihm machen würde. Auch nach diesem dritten Manöver sagte ich nein.
Ich mag keine touristischen Touren. Lehne diesen Touren generell ab. Versuche alle Landschaften auf eigene Faust zu entdecken. Manchmal lädt mich auch ein Freund auf eine Tour ein oder ich kann einen Einheimischen begleiten.
Doch diesmal war es anders. Dieser Mann war so "verrückt", er war so anders, so penetrant, dass es mich irgendwie lockte. Ich lag im Bett und dachte, dass ich doch einmal eine Tour buchen könnte, ein einziges Mal.
Eine kleine Tour, eine überschaubare. Eine Tour in den Regenwald, wo ich ein paar Tiere sehen könnte. Vielleicht ein paar seltene und gefährliche Zeitgenossen.
Ein Mann kam schnell auf mich zu, wollte mir eine Expedition in den Urwald vermitteln. Ich lehnte entschieden ab. Doch der Mann redete einfach weiter, hörte überhaupt nicht auf meine Absage. So begann ich, ihn regelrecht abzuwimmeln. Als dies immer noch nichts half, machte ich mich einfach aus dem Staub.
Ich lief in die Ortschaft Lagunas, wollte dort eine günstige Unterkunft finden. Schon bald hatte mich der verrückte Anbieter wieder an der Angel. Er redete auf mich ein. Erzählte mir vom Dschungel. Doch auch diesmal lehnte ich entschieden ab. Schnell ging ich weiter.
Später irrte ich umher, fand keine Unterkunft. Wieder griff mich der Anbieter auf. Er wollt mich sogar kostenlos in einem kleinen Zimmer schlafen lassen, wenn ich am nächsten Tag eine Tour bei ihm machen würde. Auch nach diesem dritten Manöver sagte ich nein.
Ich mag keine touristischen Touren. Lehne diesen Touren generell ab. Versuche alle Landschaften auf eigene Faust zu entdecken. Manchmal lädt mich auch ein Freund auf eine Tour ein oder ich kann einen Einheimischen begleiten.
Doch diesmal war es anders. Dieser Mann war so "verrückt", er war so anders, so penetrant, dass es mich irgendwie lockte. Ich lag im Bett und dachte, dass ich doch einmal eine Tour buchen könnte, ein einziges Mal.
Eine kleine Tour, eine überschaubare. Eine Tour in den Regenwald, wo ich ein paar Tiere sehen könnte. Vielleicht ein paar seltene und gefährliche Zeitgenossen.
Montag, 16. Januar 2017
Das Jaguarjunge
plötzlich waren alle aufgeregt, sie liefen herum, erzählten darüber, es gäbe eine Katze, so hieß es, eine wilde Katze
die Kinder rannten umher, wollten bei ihr sein, sie streicheln, fangen, betreuen, alle waren ganz durcheinander, aufgekratzt
die Katze, so erzählten sie, hätten Dschungelkinder auf´s Schiff gebracht, Kinder von außen, und ein paar Franzosen hätten sie für viel Geld gekauft
die Franzosen, so behaupteten sie, wollten die geschützte Katze retten, in ein Tiergehege bringen, sie wollten gutes Tun, Gutes tun für viel Geld
sie bezahlten viel Geld, sehr viel Geld, ein Vermögen für die Leute aus dem Dorf im Dschungel, und das Geld ruft seiner Jäger
wieder werden Jäger in den Dschungel ziehen, sie werden den großen Jaguar töten, ihre Kinder werden auf einem Frachtschiff erscheinen, ganz zufällig, unschuldig, sie werden Jaguarjunge für viel Geld den Touristen anbieten
dann werden gutmeinende Touristen für viel Geld ein Jaguarjunges kaufen, für ein kleines Vermögen, um das Tier zu schützen, es in ein Tiergehege zu bringen
die Retter werden die Jäger bezahlen, diese werden sich mit dem Gewehr aufmachen, denn das Geld winkt, es werden weitere Jaguare sterben
die Kinder rannten umher, wollten bei ihr sein, sie streicheln, fangen, betreuen, alle waren ganz durcheinander, aufgekratzt
die Katze, so erzählten sie, hätten Dschungelkinder auf´s Schiff gebracht, Kinder von außen, und ein paar Franzosen hätten sie für viel Geld gekauft
die Franzosen, so behaupteten sie, wollten die geschützte Katze retten, in ein Tiergehege bringen, sie wollten gutes Tun, Gutes tun für viel Geld
sie bezahlten viel Geld, sehr viel Geld, ein Vermögen für die Leute aus dem Dorf im Dschungel, und das Geld ruft seiner Jäger
wieder werden Jäger in den Dschungel ziehen, sie werden den großen Jaguar töten, ihre Kinder werden auf einem Frachtschiff erscheinen, ganz zufällig, unschuldig, sie werden Jaguarjunge für viel Geld den Touristen anbieten
dann werden gutmeinende Touristen für viel Geld ein Jaguarjunges kaufen, für ein kleines Vermögen, um das Tier zu schützen, es in ein Tiergehege zu bringen
die Retter werden die Jäger bezahlen, diese werden sich mit dem Gewehr aufmachen, denn das Geld winkt, es werden weitere Jaguare sterben
Sonntag, 15. Januar 2017
Lesly
Lesly ist ein Mädchen. Sie ist ungefähr zehn Jahre alt. Mit ihrer Eltern, vier Brüdern und vielen Taschen ist sie auch auf dem Schiff unterwegs. Ihre Familie hat ihren Platz direkt neben meiner Hängematte.
Lesly betreut umsichtig ihre kleineren Geschwister: sie schaukelt die Hängematte, füttert die Kleinen, spielt mit ihnen. Auf diese Weise unterstützt sie ihre Mutter, die somit Zeit gewinnt zum Ausruhen, Baby betreuen oder zum Duschen. Auch kann ich sehen, wie wohl sich Lesly in ihrer Rolle als Betreuerin fühlt.
Lesly, Mical und andere Kinder kommen manchmal vorbei. Ich habe Stifte und Papier dabei. Dann wird gemalt. Es gibt eine kleine Malwerkstatt. Es entstehen Bilder von dem Schiff, von witzigen Tieren, Häusern im Wald wie auch von kleinen Menschen.
Lesly macht gerne Spaß. Sie lacht viel. Manchmal tanzt sie mit einem Bruder in ihren Armen. Auch erkundet sie das Schiff. Oft sieht sie auf den riesigen Fluss, die vorbeiziehenden Wälder und kleinen Dschungeldörfer.
Lesly und ihre Familie packen am zweiten Nachmittag ihre Sachen. Am Buck warten sie auf das Anlegen des Schiffes. An einem Dorf am Rio Napoloqui steigen sie aus. Mit einem anderen Schiff wird es weitergehen zu ihrem Heimatort im Dschungel.
Lesly betreut umsichtig ihre kleineren Geschwister: sie schaukelt die Hängematte, füttert die Kleinen, spielt mit ihnen. Auf diese Weise unterstützt sie ihre Mutter, die somit Zeit gewinnt zum Ausruhen, Baby betreuen oder zum Duschen. Auch kann ich sehen, wie wohl sich Lesly in ihrer Rolle als Betreuerin fühlt.
Lesly, Mical und andere Kinder kommen manchmal vorbei. Ich habe Stifte und Papier dabei. Dann wird gemalt. Es gibt eine kleine Malwerkstatt. Es entstehen Bilder von dem Schiff, von witzigen Tieren, Häusern im Wald wie auch von kleinen Menschen.
Lesly macht gerne Spaß. Sie lacht viel. Manchmal tanzt sie mit einem Bruder in ihren Armen. Auch erkundet sie das Schiff. Oft sieht sie auf den riesigen Fluss, die vorbeiziehenden Wälder und kleinen Dschungeldörfer.
Lesly und ihre Familie packen am zweiten Nachmittag ihre Sachen. Am Buck warten sie auf das Anlegen des Schiffes. An einem Dorf am Rio Napoloqui steigen sie aus. Mit einem anderen Schiff wird es weitergehen zu ihrem Heimatort im Dschungel.
Samstag, 14. Januar 2017
Rio Marañón
Auf dem Rio Marañón geht es zurück, reise ich Richtung Westen. Mit diesem Fluss verlasse ich den Dschungel.
Auf dem Rio Marañón erlebe ich neben dem Fluss vielfältige Landschaften: Dschungel, Plantagen wie auch Wiesen. Interessante Ortschaften tauchen auf.
Auf dem Rio Marañón erlebe ich neben dem Fluss vielfältige Landschaften: Dschungel, Plantagen wie auch Wiesen. Interessante Ortschaften tauchen auf.
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| Lange fährt das Frachtschiff entlang eines großen Urwaldes, es fährt entlang dem Reserva National Pacaya Samiria. |
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| Hier seht ihr Lesly mit einem ihrer Brüder. |
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| Das ist unser Frachtschiff. Das Schiff befindet sich auf der Jungfernfahrt. Somit wurde keine Last geladen. |
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| Am Abend ist der Urwald eine mystische Angelegenheit. |
Mittwoch, 11. Januar 2017
Ein Wunsch geht in Erfüllung
Hier in Oran geht ein großer Wunsch in Erfüllung. Hier in Oran erlebe ich den Amazonas. Auch bin ich das erste Mal füe ein paar Tage in einem Urwalddorf. Hier habe ich Zeit, um die Menschen, den Amazonas und den Urwald kennenzulernen.
Der Amazonas, dieser gewaltige Fluss, hat schon immer mein Interesse geweckt. Es ist ein riesiger Fluss. Dagegen erscheint die Elbe wie ein kleiner Dorfbach. Auch gibt es im Amazonas eine Vielzahl von Tieren. Besonders angetan haben es mir die rosa Delphine...
In Salzwedel war ich sieben Jahre der Lehrer der Amazonasstammgruppe. Jedes Jahr beschäftigten wir uns eine Woche lang mit dem Amazonas, mit dem Fluss, den Tieren, den Pflanzen, dem Regenwald und seinen Menschen. In dieser Projektwoche stellten die Kinder viel her. Es entstanden Modelle, Plakate, Vorträge, Spiele. Am Ende der Woche erstaunten die Schüler mit vielfälltigen und spannenden Präsentationen. Auch durch dieses Erleben stieg mein Wunsch einmal selbst den Amazonas und seine Welt zu entdecken.
In diesem Jahr ist es dann soweit. Nachdem ich wieder vier Monate im Armutsviertel in Arequipa gearbeitet habe, mache ich mich auf dem Weg zum Amazonas. Mit Bussen und Frachtschiffen gelange ich - ca. nach sieben Fahrtagen - nach Oran, dem kleinen Dorf am Amazonas. Hier genieße ich den Amazonas, Oran mit seinen Menschen, Tieren, Pflanzen, Häusern und Booten. Es ist ein faszinierender Ort - am Ufer des Amazonas gelegen.
Der Amazonas, dieser gewaltige Fluss, hat schon immer mein Interesse geweckt. Es ist ein riesiger Fluss. Dagegen erscheint die Elbe wie ein kleiner Dorfbach. Auch gibt es im Amazonas eine Vielzahl von Tieren. Besonders angetan haben es mir die rosa Delphine...
In Salzwedel war ich sieben Jahre der Lehrer der Amazonasstammgruppe. Jedes Jahr beschäftigten wir uns eine Woche lang mit dem Amazonas, mit dem Fluss, den Tieren, den Pflanzen, dem Regenwald und seinen Menschen. In dieser Projektwoche stellten die Kinder viel her. Es entstanden Modelle, Plakate, Vorträge, Spiele. Am Ende der Woche erstaunten die Schüler mit vielfälltigen und spannenden Präsentationen. Auch durch dieses Erleben stieg mein Wunsch einmal selbst den Amazonas und seine Welt zu entdecken.
In diesem Jahr ist es dann soweit. Nachdem ich wieder vier Monate im Armutsviertel in Arequipa gearbeitet habe, mache ich mich auf dem Weg zum Amazonas. Mit Bussen und Frachtschiffen gelange ich - ca. nach sieben Fahrtagen - nach Oran, dem kleinen Dorf am Amazonas. Hier genieße ich den Amazonas, Oran mit seinen Menschen, Tieren, Pflanzen, Häusern und Booten. Es ist ein faszinierender Ort - am Ufer des Amazonas gelegen.
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